Handwerksmuseum Bederkesa soll noch größer werden

Umfangreiche Bügeleisen-Sammlung braucht Platz

Von Max Wieland

 

Seit rund acht Jahren gibt es in Bad Bederkesa ein Museum des Handwerks mit der Darstellung von 22 Handwerksberufen. Die Zimmermänner und Tischler sind im Alten Gaswerk am Heubruchsweg 8, ganz in der Nähe des Bahnhofs mit der Museumsbahn, ebenso vertreten wie Bäcker und Fleischer, Schriftsetzer und Korbmacher, Dachdecker und Friseure.

 

 

 

Hier blüht auf zwei Stockwerken noch das alte Handwerk mit dem sprichwörtlichen goldenen Boden. Man zeigt in diesem Museum in der Trägerschaft der 14 Innungen der Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde komplette historische Werkstätten, handwerkliches Gerät, Maschinen sowie Erzeugnisse und Dokumente aus dem Handwerksleben. Und das Schönste ist: Dieses Museum bleibt immer lebendig. Es wandelt und vervollständigt sich und ist deswegen immer mal wieder einen Besuch wert.

Im Frühjahr 2005 zum Beispiel zog eine Kirchturmuhr mit Pendel aus dem Raum Sandstedt im Südkreis ins Museum ein. Sie stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und man hat für sie extra einen Turm aus einem schönen Holzrahmen und dickem Glas gebaut und dem nostalgischen Zeitmesser ein frisches Zifferblatt und einen elektronischen Aufzug verpasst. 6.500,00 Euro hat es gekostet und es kamen dafür reichlich Spenden zusammen. Jetzt tickt die Uhr vernehmlich in den Museumsräumen, doch sie kann aufgrund ihrer räumlich begrenzten Unterbringung nicht mehr schlagen. Dafür hat das Museum für die obere Abteilung, wo die Uhrmacher Zuhause sind, eine alte Standuhr bekommen; sie verkündet dem Besucher jetzt stellvertretend, was die Stunde geschlagen hat.

 

 

Auch vor dem Museum gibt es etwas Neues zu sehen. Da begrüßt den technisch Interessierten unter einer wetterfesten Glashaube ein nicht zu übersehender Elektromotor von 1918 aus Berlin – ein Geschenk der Elektro-Innung mit ganzen 20 PS, die man mit einem Schalter mobilisieren kann. Auch über dieses Objekt freut sich Museumsleiter Peter Henning. Der heutige Pensionär ist Schuhmachermeister und war 15 Jahre Obermeister seiner Innung bei der Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde. Er hatte eine Firma in der Max-Dietrich-Straße, die heute sein Sohn betreibt.

 

40 Quadratmeter mehr

Henning beschäftigt zur Zeit auch ein Museumsanbau, der dem jetzt 400 Quadratmeter großen Museum noch ein weiteres Zehntel an Fläche hinzufügen wird. Da soll die umfangreiche Bügeleisen-Sammlung eines Liebhabers aus Beers untergebracht werden. Sie reicht vom schwergewichtigen alten Kohle-Bügeleisen bis zu verschiedenen elektrischen Exemplaren. Die Stücke sind unterschiedlich groß. Das fängt bei fünf bis 10 Kilo Gewicht an und geht bis zum kleinsten Bügeleisen der Welt, für das man fast eine Lupe braucht, um es zu erkennen.

 

 

Von den 50 Mitgliedern des Fördervereins könnte dieses Spezialmuseum nicht leben. Doch Henning ist dankbar, dass es immer mal Sponsoren wie zum Beispiel die Kreissparkasse, die Volksbank oder das Handwerk selbst gibt, die dafür sorgen, dass das Museum auch mal wieder neue Aspekte zu bieten hat. Auf den ersten Blick meint man, das Museum könne in Bad Bederkesa zentraler liegen und für Touristen besser erreichbar sein. Doch der Flecken wird, so meint der ehrenamtliche Leiter, auch aus Richtung Bremerhaven zunehmend bebaut. Und im übrigen könne man ja auch mit Besuchern aus der näheren Umgebung rechnen, etwa mit dem Landschulheim Bederkesa. Das bringe auch mal größere Schülergruppen.

(aus Heimat Nordseeküste 2006)

zurück

Seitenanfang Seite drucken

Aktuelles
Mikrozensuserhebung 2012
Neuauflage der Informationsbroschüre der Samtgemeinde Bederkesa
Fusion mit der Stadt Langen: Beschlüsse über den Gebietsänderungsvertrag
Die Sternsinger im Rathaus Bederkesa
Bad Bederkesa entdecken
SCHULANMELDUNG
Dachmarke zum Herunterladen
WieSel - Was ist das?