10 Jahre "Bad" Bederkesa

Die Festschrift zum 10jährigen Jubiläum erhalten Sie in der Touristinformation in der Amtsstraße 8, Tel.04745/ 94335 oder unter

touristinformation@bad-bederkesa.de

 Langes Ringen um Anerkennung

 

 

Bederkesa ist seit zehn Jahren ein Bad – Feier zum Jubiläum

 

 

 

 

Von Christoph Bohn

 

Bad Bederkesa. Der Zusatz „Bad“ ist vom Ortsnamen Bederkesa nicht mehr wegzudenken. Vor zehn Jahren bekam ihn der Ort verliehen – eine Tatsache, die während des Seefestes (17. bis 20. August) groß gefeiert werden soll. Aber bereits jetzt arbeitet alles auf das Jubiläum hin.

 

So ist in der Tourist-Info seit kurzem der Gästeführer „Der kleine Ortsspaziergang“ erhältlich. Im handlichen Format gibt er einen Überblick über alle großen und kleinen Sehenswürdigkeiten von Bad Bederkesa sowie die touristischen Angebote der umliegenden Dörfer. „Der  Gästeführer bietet Gästen aus Nah und Fern eine gute Möglichkeit, die besondere Erlebnis- und Wohlfühlqualität zu entdecken, die durch die Verbindung von Naturlandschaft, Sehenswürdigkeiten und Gastronomie in und um Bad Bederkesa geboten  wird“, meint Samtgemeindebürgermeister

Sven Wojzischke. Dabei habe der Gästeführer eine lange Tradition. Bereits 1898 erschien der erste Ortsführer, eine weitere Auflage erschien 1927. Neben dem „Veranstaltungskalender 2006“ ist aber die Festschrift „10 Jahre Bad

Bederkesa“ das zentrale Dokument. Immerhin wird dort die alte Kur-Tradition des jungen Moorheilbades beleuchtet.

„Der Erholungswert unserer schönen Landschaft hat seit dem 17. Jahrhundert immer wieder pensionierte Verwaltungsbeamte oder Offiziere und begüterte Kaufleute veranlasst, in Bederkesa ihren Ruhesitz zu nehmen“,

weiß Wojzischke. Besondere Bedeutung habe aber das gute Quellwasser gehabt – ein Wasser, das gesundheitsfördernde  Wirkung hatte, weshalb die Quellen als Heilquellen galten. Der früheste Hinweis hierzu stammt aus dem Jahr 1722. Damals bekam die lahme Tochter eines Pastoren aus Otterndorf durch Baden in dem schwefelhaltigen Wasser einen Teil ihrer Beweglichkeit wieder.

„Besonders das Brunnenholz – das Wäldchen, das sich über die Karolinenhöhe

erstreckte – mit seinem klaren  und gesunden Quellwasser kann als Ursprung der einsetzenden touristischen

Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert angesehen werden“, meint Wojzschke. In der Folgezeit wurde jedoch

mehr und mehr die Seeregion interessant: So fuhr 1867 ein Dampfschiff auf dem See, und ab 1876 wurden Ruder und Segelboote vermietet. Ende Mai 1896 wurde die Eisenbahn eingeweiht, was dem Tourismus einem neuen Anstoß gab – auch wenn viele Fahrgäste bereits in Drangstedt ausstiegen.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es erste Anläufe, einen  Kurbetrieb zu schaffen und als staatliches Moorbad

anerkannt zu werden. 1904 baute der junge Burg-Gastwirt Martin Mohrmann mit Schlamm aus dem See und

dem klaren Wasser aus dem Brunnen einen Kurbetrieb mit Schlamm- und Schwefelbäder auf. Doch als der Gastwirt

1906 an einer Lungenentzündung starb, bedeutete das auch gleichzeitig das Ende seines Traumes. Anfang

1929 wurde ein „Ausschuss für Gründung eines Schwefelmoorbades“ gebildet. Doch am 4. November 1930 fanden

die Bestrebungen ein Ende, als der Vertreter der Krankenkassen des Unterwesergebiets mitteilte, dass nach Eröffnung des Moorbades Bramstedt in Schleswig-Holstein kein weiteres Bad unterstützt werden könne.

 

Begehrter Zusatz

 

Erst ab den 1970er Jahren bekam Bederkesa die ersten Titel zuerkannt: „Luftkurort“, „Moorheilbad“ und schließlich

im Jahr 1996 den begehrten Zusatz „Bad“. „Doch damit war die Erfolgsgeschichte von Bederkesa nicht beendet“,

betont Wojzischke und  nennt als weitere Punkte: 1999 Bau der Ortsumgehung, 2000 Museumsbahn nimmt

ihren Betrieb auf, 2002 Teileröffnung des Moorlehrpfads, 2003 Gesamteröffnung, 2004 Eröffnung der

Moortherme, 2005 Eröffnung der Moorbahn und schließlich 2006 die Entschlammung des Sees.

Aber auch in Zukunft soll sich Bad Bederkesa weiterentwickeln. Ein erster kleiner Schritt war die Entfernung

von Büschen am See. „Dadurch hat man jetzt wieder freien Blick von der Burg aufs Wasser. Deswegen kommen viele Besucher“, meint Wojzischke. Für die Zukunft sieht der Samtgemeindebürgermeister eine große Chance

im geplanten Ferienhausgebiet.

Das steigere nicht nur die Kaufkraft, sondern sorge auch für eine bessere Auslastung der öffentlichen Infrastruktur

wie Moortherme und Burg. Des Weiteren stehe die Sanierung des Ortskerns mit Amts- und Mattenburger

Straße an. „Es geht um das Kunststück, zum einen den Pkw den Zugang zu den Geschäften zu ermöglichen, zum anderen aber die Emissionen zu reduzieren“, sagt Wojzischke. Hierzu könnten auch EU-Gelder beantragt

werden, schließlich gehe es um die Entwicklung eines ganzen Ortes.

Doch vorerst steuert alles auf das diesjährige Seefest mit der Jubiläumsfeier zu. Von Donnerstag, 17., bis Sonntag, 20. August, soll groß gefeiert werden. Dabei sind neben den üblichen Festivitäten  mehrere Sonderaktionen

zum Jubiläum geplant. So steigt an dem Donnerstag ab 19 Uhr die offizielle Eröffnungsfeier. Einen Tag später

findet um 11 Uhr eine Talkrunde zum Thema „10 Jahre Bad Bederkesa – welche Hoffnungen und was davon

übrig geblieben ist“ statt. Ein Höhepunkt soll am Sonntag die Krönung der Sonnenblumenkönigin werden. „Dieses

Jahr werden alle befreundeten Majestäten in Cabrios durch den Ort gefahren“, verrät Alice Roes von der Tourismus-,

Kur- und Freizeit-GmbH.

Zehn Jahre „Bad“ Bederkesa sind für Wojzischke ein Grund zum Feiern, obwohl der Flecken als Kurort schon

300 Jahre bekannt gewesen ist. „Wenn es damals glücklicher für uns gelaufen wäre, wäre Bederkesa der erste

Kurort Niedersachsens geworden. Das Potenzial dafür hatte der Ort“, ist er überzeugt.

 

Auszug aus dem Sonntagsjournal der Nordsee-Zeitung vom 09.07.2006

 

 

Viele Höhepunkte ab Donnerstag während des Seefestes

 

 

Seit zehn Jahren darf sich der Flecken Bad Bederkesa nennen. Vorausgegangen war ein jahrzehntelanges Streben nach staatlicher Anerkennung als Erholungsort, Luftkurort und Moorheilbad. Am 1. Oktober 1996 zeichnete der damalige niedersächsische Innenminister Gerhard Glogowski den Kurort mit dem Bad-Prädikat aus. Das Jubiläum soll im Rahmen des „Beerster Seefestes“ vom 17. bis 20. August gefeiert werden.

 

„Ganz bewusst haben wir die Jubiläumsfeier als Höhepunkt aller touristischen Aktivitäten vorverlegt,“ erläutert Samtgemeindebürgermeister Sven Wojzischke. Das Seefest biete dafür als Krönung der Hochsaison den idealen Rahmen. In einer Feierstunde wird der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Donnerstagabend vor regionaler Prominenz sprechen und das Festspektakel eröffnen. Die schon traditionelle Vereidigung der  Bremerhavener Marine-Rekruten lockt die Menschen am Freitagabend mit klingendem Spiel in den Kurpark.

 

Talkrunde mit Politikern

In einer vom Bremer Swing-Trio „Triple Pack“ aufgelockerten Talkrunde sollen Vertreter der Lokalpolitik, des Gewerbevereins und der Polizei am Sonnabendmorgen die zehnjährige Geschichte des Bades im Wandel der Zeit erörtern. Dabei ist auch der ehemalige Gemeindedirektor Wilfried Habenicht, der an der Entwicklung des Fleckens an leitender Stelle maßgeblich beteiligt  war. Danach füllen Flohmarkt, Präsentation der Vereine, ein Drachenbootrennen auf dem Kanal

und Seerundfahrten sowie Fackelschwimmen und Lampionfahrt das Sonnabend- Programm,

das mit einem von klassischer Musik begleiteten Feuerwerk auf dem See seinen Höhepunkt

erreicht. Im Mittelpunkt des verkaufsoffenen Bädersonntags steht die von der Volksbank im Landkreis Cuxhaven finanziell unterstützte Präsentation der Königinnen Niedersachsens mit der Krönung der neuen Beerster Sonnenblumenkönigin Anika Oppenhoff. Dann soll auch ihre Nachfolgerin als Prinzessin vorgestellt werden.

 

Der Einzelhandel lädt anlässlich des zehnten Bad-Geburtstages zu einem Gewinnspiel ein: Es gilt, zehn rote „Zehnen“ in Beerster Betrieben zu finden, die Fundorte im Gewinncoupon (siehe

oben) einzutragen und diesen bis Donnerstag in der Sparkasse Bederkesa abzugeben. Zehn ausgeloste Gewinner werden telefonisch benachrichtigt. Die Preise müssen am 20. August persönlich im Festzelt abgeholt werden.

 

(Aus dem Sonntagsjournal vom 13.08.2006 v. H. Haastert)

 

Aus der Nordsee-Zeitung vom 19. August 2006

Bad Bederkesa eine „Erfolgsgeschichte“

Innenminister Schünemann lobt Beerster beim Festakt zum Bad-Jubiläum

Bad Bederkesa (ih). Uwe Schünemann war beeindruckt. „Für einen Ort dieser Größe bietet Bad Bederkesa sehr hohe Lebens- und Freizeitqualität“, lobte Niedersachsens Innenminister, Ehrengast bei der Feier zum Bad-Jubiläum. Das Bad sei „eine Erfolgsgeschichte, die viele Väter und Mütter habe“, hob Schünemann das Wir-Gefühl der Beerster hervor.

Einer, der einen maßgeblichen Anteil daran hatte, dass Beers Bad wurde, hörte sich im voll besetzten Festzelt die Lobeshymnen gelassen an: Ex-Verwaltungschef Wilfried Habenicht. Er hatte sich lange darum bemüht, dem seit 1988 staatlich anerkannten Moorbad auch das werbewirksame Prädikat „Bad“ zu geben. 1996 klappte es dann – nachdem Gerhard Schröder, damals noch Niedersachsens Ministerpräsident, den Flecken besucht und von Professor Thomas Rogge eine Petition überreicht bekommen hatte.

Die Geschichte des Kurbades Bederkesa ist aber weit älter, genauer gesagt, fast 300 Jahre alt. 1722 sei eine lahme Pastorentochter aus Otterndorf durch das Baden im schwefelhaltigen Beerster Quellwasser fast geheilt worden – die Kuridee war geboren, schilderte Samtgemeindebürgermeister Sven Wojzischke in seinem Vortrag. Touristisch sei der Flecken im 19. Jahrhundert entdeckt worden, unter anderem durch die prominenten Gäste Hermann Allmers und Hoffmann von Fallersleben.

Nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts der Versuch eines rührigen Gastwirts, in der Burg Schlamm- und Schwefelbäder anzubieten, scheiterte, kam erst in der 70er Jahren wieder Schwung in den Tourismus. 1974 wurde Bederkesa Erholungsort, 1980 Luftkurort, 1988 Moorheilbad. Zugleich wurde kräftig in die Infrastruktur investiert, zuletzt in die Moortherme, heute „Herzstück und Herausforderung zugleich“, wie Wojzischke betont. Ohne das teure Bad aber brauche Beers, das heute 330000 Übernachtungen im Jahr zählt, gar nicht anzutreten, machte der Verwaltungschef auch klar. „Ohne gute Infrastruktur können wir hier in der Region den Wettbewerb gegen die Ostsee nicht gewinnen“, machte er klar.

Das mag man durchaus als Appell an die Kommunalaufsicht in Kreis und Land verstehen. Landrat Kai-Uwe Bielefeld unterstrich, wie wichtig die touristische Infrastruktur für das Cuxland ist. Und er bat den Innenminister, die klamme Kommune, die auf die Bedarfszuweisung aus Hannover wartet, nicht länger schmoren zu lassen: „Bringen Sie den Scheck auf den Weg“, so Bielefeld, „die haben hier ihre Hausaufgaben gemacht.“

www.nordsee-zeitung.de       

 

 

 

 

 

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