Mathilde aus Bederkesa“: Mit diesem neuen Postkartenmotiv wirbt das Beerster BürgerTeam um (von links) Dörte Vinçon, Astrid Irlacher, Ute Brömmer, Michael Heinze und Heide Puls fröhlich für Bederkesa. Zudem wird Ute Brömmer als „Mathilde“ ab Ende März interessierte Gäste aus nah und fern durch den Ort führen. Foto as

 

Postkarte von „Mathilde“ ist der Renner

Beerster BürgerTeam wirbt für Bad Bederkesa

 

VON ANDREAS SCHOENER

BAD BEDERKESA. Majestätisch steht „Mathilde“ auf dem Boot inmitten des Bad Bederkesaer Sees. Ein Strahler von unten taucht sie in blaues Licht, der Vollmond von oben sorgt fürs malerische Moment. Die Aufnahme, die beim ersten Bürgerfest im vergangenen Jahr entstanden ist, schmückt eine Postkarte, mit der das Beerster BürgerTeam auf eigene Kosten für die Samtgemeinde wirbt. Die ersten 500 Stück sind bereits vergriffen.

„Wir sind ganz begeistert, dassunsere Idee so gut angekommenist“, sagt Grafiker Michael Heinze, der die Karte gestaltet hat, und verweist mit dem Beerster BürgerTeam auf die starke Nachfrage im Ort. „Ein Geschäftsinhaber hat sogar 100 Exemplare der Postkarte bestellt.“ Und Heide Puls ergänzt: „Ich habe zehn Stück gekauft und verschicke sie an Freunde und Bekannte.“ So ist das Motiv im DIN-A6-Format ein weiterer Baustein im Gesamtkonzept, das „Mathilde“ als Markenzeichen nach vorne bringen soll.

 

Ideen zum Geburtstag

Astrid Irlacher, Dörte Vinçon, Waltraud Scholz, Heide Puls, Ulf  Mügge und Michael Heinze haben viel vor mit der „Einkaufenden Hausfrau auf dem Markt von Bederkesa“. Schließlich hat „Mathilde“ in diesem Jahr Geburtstag. Vor 30 Jahren war die Skulptur vor dem Rathaus aufgestellt worden. Dies soll gefeiert werden. Auch deshalb verstärkt Ute Brömmer die kreative Runde. Die Gästeführerin wird als „Mathilde“ ab Frühjahr Gäste aus nah und fern durch den Ort führen. Ende April werden hochrangige Vertreterinnen des Deutschen Hausfrauenbundes „Mathilde“ besuchen. Und ein großes Bürgerfest soll es auch wieder geben, kündigt das Beerster BürgerTeam an. „Wir wollen das Kulturleben wiederbeleben und das Wenige aufrechterhalten“, sagt Astrid Irlacher und zeigt sich – wie die übrigen Teilnehmer der Runde – enttäuscht darüber, „dass das Angebot der noch existierenden Postkarten von Beers durch den Charme der späten 80er Jahre langweilt“. Dies sei im Konkurrenzkampf der touristischen Anbieter einfach zu wenig. Auch deshalb habe man die „Mathilde“-Postkarte aufgelegt. „Wir setzen ein paar Impulse“, betont Michael Heinze und verweist auf die Notwendigkeit, viele Gäste nach Bederkesa zu locken. „In Kürze beginnt die Saison.“

Führung und Postkarte

Ute Brömmer wird als „Mathilde“ am Freitag, 26. März, 14 Uhr, inoffiziell Gäste durch den Ort führen. Dieerste Führung im Auftrag der Gemeinde ist dann Ende Mai geplant. Wer sich für die „Mathilde“-Postkarte interessiert, kann sich informieren unter!04745/928391.

 

MEINE MEINUNG

VON ANDREAS SCHOENER

Neue Perspektive setzt positive Energien frei

Die Premiere ist rundum gelungen: Binnen weniger Tage wird die neue Postkarte mit „Mathilde aus Bederkesa“ gleich 500-fach verkauft. Das Beerster BürgerTeam hat einen Volltreffer gelandet. Respekt. Die positive Resonanz macht verschiedene Dinge deutlich: Es fehlt offensichtlich an ebenso ansprechenden wie aktuellen Postkartenmotiven im Ort. Das „Mathilde“- Motiv stößt in ein Angebots-Vakuum. Traurig genug. Zum anderen wird klar, dass ein neuer Blickwinkel auf vermeintlich Althergebrachtes positive Energien freisetzt. Und nicht zuletzt: Auch mit wenig Geld lässt sich eine Menge machen, wenn nur genügend Leute auf eine Idee eingeschworen sind. Der „Bürgerfonds“ in Langen ist ein Beispiel, das Beerster BürgerTeam ein weiteres. Mit dem Bürgerfest am See im vergangenen Jahr haben die engagierten Einwohner der Samtgemeinde bereits Akzente gesetzt und Menschen begeistert. Das Schild für die „Einkaufende Hausfrau auf dem Markt von Bederkesa“ war die logische Fortsetzung, die Postkartenaktion Teil drei der Erfolgs-Chronologie. Kritiker werden behaupten: Bad Bederkesa hat andere Probleme. Stimmt. Aber mit ein bisschen mehr kreativem Gemeinsinn wäre das eine oder andere vielleicht gar nicht erst entstanden.

 

(aus der Nordsee-Zeitung vom 06.03.2010)

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