
Ein eingespieltes Team: Gerda Steffens, Leiterin der Musikschule Bederkesa, und Ernst-Eugen Esch, Vorsitzender des Musikschulvereins. Sie haben Konzepte entwickelt, den Verein in die Zukunft zu führen. Foto as
Ohne Spender erklingt kein Ton
Musikschule Bederkesa trägt sich dank eines Netzwerks von Unterstützern – Gebühren und viel Idealismus sind ebenfalls unerlässlich
VON ANDREAS SCHOENER
BAD BEDERKESA. Wenn öffentliche Fördergelder ausbleiben, sind gute Ideen gefragt, ein wenig Bescheidenheit – und treue Spender. Diese Mixtur hilft der Musikschule Bederkesa über die Runden. Seit jener Zeit, als die Samtgemeinde den Förderhahn
zudrehte, ist man auf sich selbst gestellt.
Um die Miete für seine Räume im Amtshaus zahlen zu können, arbeitet der Kunstschulverein Kube derzeit mit Hochdruck an der Gründung eines Fördervereins. Jetzt melden sich Ernst-Eugen Esch, Vorsitzender des 1997 gegründeten Musikschulvereins, und zweite Vorsitzende Gerda Steffens zu Wort. Sie kennen die Finanznot der Kollegen aus eigener Erfahrung und sind „nach wie vor der Ansicht, dass es eine Pflichtaufgabe der Samtgemeinde ist, die beiden großen kulturellen Vereine zu unterstützen“. Schließlich führe man einen Bildungsauftrag aus, der nicht nur den Menschen, sondern auch dem Ort nutzt. „Die beiden Vereine erfüllen gewährleisten die kulturelle Grundversorgung in der Samtgemeinde“, sagt Steffens und verweist darauf, wie wichtig es für das gesamte Leben sei, Kindern Musik nahezubringen. Mittlerweile werden in der Musikschule 350 Schüler unterrichtet. Gerda Steffens weiß noch gut von den schweren Zeiten, als sie rund 200 Schüler im Niedersächsischen Internatsgymnasiums (NIG) unterrichtete. Das war Ende der 90er Jahre. „Die Raumsituation war damals desolat“, erzählt Steffens, die die Musikschule seit 2000 leitet. Damals habe man eine Raumbenutzungsgebühr bezahlt und dem Samtgemeinde-
Rat nachdrücklich deutlich gemacht, „dass wir in diesen Räumen nicht adäquat unterrichten können“. Im Jahr 2003 sei der Musikschule dann das Gebäude am Friedhofsweg zur Miete angeboten worden – noch heute Stammsitz des Vereins. Durch stufenweise Reduzierung der Zuschüsse musste der Musikschulverein dann im Jahr 2007 exakt 300 Euro Miete pro Monat für rund 80 Quadratmeter aufwenden – zusätzlich zu den Lehrergehältern und den Kosten für eine Verwaltungsfachkraft. „Das war nicht einfach für uns“, sagt Gerda Steffens. Gemeinsam habe man das Budget neu geplant, habe gespart, habe die Gebührenstruktur überarbeitet und unter anderem durch gelungene Auftritte kräftig die Werbetrommel gerührt. Sehr geholfen auf der finanziellen Durststrecke habe die Tatsache, „dass unsere Lehrer viele Jahre aus Idealismus auf eine Honorar-Anhebung verzichteten“.
Rettung durch Spender
Ernst-Eugen Esch: „Zusätzlich haben wir uns um Spender aus dem Großraum Bederkesa bemüht. Ohne die könnten wir unseren Haushalt nicht ausgleichen.“ Man habe die Menschen sensibilisiert, „über den Mitgliedsbeitrag hinaus das eine oder andere mehr zu zahlen, um Kulturarbeit weiter zu ermöglichen“. Mit Erfolg. „Wir haben in unseren Reihen Personen, die 50 Euro geben, andere zahlen 300 und mancher sogar 10000 Euro pro Jahr“, sagt der Vorsitzende dankbar. Bei allen Mühen ist sich Gerda Steffens sicher: „Manch’ Verantwortlicher sieht nicht, über welche Schätze er mit Kube und Musikschule in Bederkesa verfügt.“
Musikschule Bederkesa
Die Musikschule Bederkesa e.V. ist beheimatet im Friedhofsweg 1. Telefonisch sind die Damen und Herren unter Tel.:04745/5055 oder per Fax unter 04745/931595 erreichbar.
Eine Mail schickt man am besten an musikschule-bederkesa@ewetel.net
(aus der Nordsee-Zeitung vom 26.02.2010)