Noch sind die Maulwürfe unter sich
Politiker bringen Masterplan für modernen Kurpark auf den Weg – Im ersten Abschnitt ist eine große Ruhezone an der Therme geplant
VON ANDREAS SCHOENER
BAD BEDERKESA. Die erste Hürde auf dem Weg zu einem modernen Kurpark hat Bad Bederkesa genommen: Nach gut zweistündiger Diskussion, an der sich rege auch die Bürger beteiligten, segnete der Bau- und Planungsausschuss des Fleckens am Dienstag einstimmig den Masterplan ab und gab gleich grünes Licht für den ersten Bauabschnitt. Dieser steht im Zeichen einer Ruhezone an der Therme mit Sinnesgarten, Sitzecken, Wasserspiel und Hecke. Geschätzte Netto-Baukosten: 140000 Euro; bis zu 75 Prozent sind als Zuschuss möglich. Die Arbeiten könnten im Mai beginnen, sobald die Ausschreibungen erledigt sind und der Haushalt genehmigt wurde. In der zweiten Etappe konzentrieren sich die Planer auf Eingang und Spielplatz. Sie müssten im Sinne der Standards attraktiver gestaltet werden. Der Spielplatz soll zudem eine Drainage erhalten. Als dritte Etappe ist der nordöstliche Teil des Parks dran: Hier sind Wasserbecken, Skulptur, Ruhezone und Moorweg geplant. Dann folgt der Amtsgarten.
Viele Zuhörer im Saal
Mehr als 30 Bürger lauschten dem Vortrag der Landschaftsarchitekten aus Bremerhaven. Günter Hoppe und sein Sohn Lüder machten wortreich deutlich, dass ihre Ideen den Kurpark am See durch gestaltete Ruhe-, Erlebnis- und Kommunikationsbereiche aufwerten sollen. Dabei sollen kulturelle Veranstaltungen ebenfalls möglich sein – was die Chancen für Bederkesa insgesamt erhöht, das gefährdete Prädikat „Ort mit Moorkurbetrieb“ doch noch zu erlangen. In der Gestaltung setzen die Planer vor allem auf Sichtachsen, die durch den Wechsel von Hecken, Bäumen und Wegen ein natürliches Leitsystem bilden sollen. Eine längere Diskussion entfachte die angestrebte stationäre Kur- oder Heilbehandlungseinrichtung. Dabei ging es nicht nur um Platzierung, sondern auch um Höhe und möglichen Schattenwurf. Details seien verfrüht, da noch kein Betreiber vorhanden ist. Um die Aufenthaltsqualität zu steigern, sollen die Parkplätze der Therme-Mitarbeiter verlagert werden – was Leiter Alexander Schütz wenig erfreute. Auch über gästefreundliche Zeiten für Anlieferer wird nachgedacht. Kritik aus den Reihen der Zuhörer gab es von Jürgen Juen, ehemals Therme-Geschäftsführer. Er sah das Alleinstellungsmerkmal Moor „zu wenig herausgestellt“; zudem fehlten „originelle Ideen“. Dr. Hans Hellberg regte an, die Sicht vom Kurpark auf den See zu verbessern. Auch Bernd Fiessler forderte eine Öffnung zum See durch Beschneiden der Bepflanzung. Zudem vermisse er Moorerlerbnisgarten, Minigolfplatz und Angebote für „sportlich aktive Gäste“. Ausschuss-Vorsitzender Kristian Schmidt bedankte sich für die Anregungen. Vieles sei wünschenswert, könne aber aus Platz- und finanziellen Gründen nicht realisiert werden. Schmidt bat alle Bürger, „sich mit weiteren Ideen an die Gemeinde zu wenden“.
Wo derzeit nur die Maulwürfe graben, sollen ab Mai erste Arbeiten zur Neugestaltung des Kurparks von Bad Bederkesa in Angriff genommen werden. Die Politiker im Flecken gaben grünes Licht für die Modernisierung. Im ersten Bauabschnitt soll an der Moortherme (im Hintergrund) eine große Ruhezone entstehen. Foto mar
(Artikel aus der Nordsee-Zeitung vom 21.01.2010)