
Erbaut im Jahr 1982, wurde das Evangelische Bildungszentrum letzmalig vor zehn Jahren ausgebaut. Der neue Erweiterungsbau, der in diesem Jahr realisiert werden soll, wird auf einer Gesamtnutzfläche von rund 500 Quadratmetern Platz bieten unter anderem für einen Saal und zwölf Zimmer.
Alles dreht sich um Energie
Geplanter Erweiterungsbau des Evangelischen Bildungszentrums wird nach neuesten Standards errichtet
VON ANDREAS SCHOENER
BAD BEDERKESA. Das Evangelische Bildungszentrum in Bad Bederkesa soll erweitert werden. Doch es ist kein gewöhnlicher Neubau, der da künftig mehr Raum schaffen könnte für Seminare, Besprechungen und Übernachtungen. Geplant ist ein
„Energiereferenz- und Kompetenzzentrum für energetische Optimierung, Energieeffizienz und nachhaltige Entwicklung“.
Seit Jahren bewegt sich die öffentliche Bildungseinrichtung in kirchlicher Trägerschaft an der Auslastungs-Obergrenze: 8000 Gäste, 400 Seminare und 15500 Teilnehmertage sprechen eine klare Sprache. „Wir wollen die Erweiterung nutzen, um hinsichtlich Ökonomie, Ökologie und Komfort höchste Ansprüche zu erfüllen“, erklärte Dr. Jörg Matzen. Der Leiter des Bildungszentrums war vor den Bau- und Planungsausschuss des Fleckens getreten, um eine Befreiung in zwei Punkten vom geltenden Bebauungsplan zu beantragen. Denn zum einen rückt das geplante Erweiterungsprojekt zwei Meter näher an die Grundstücksgrenze als vorgesehen, zum anderen soll die Dachneigung um fünf Grad verringert werden. Dies ist vor allem deshalb erforderlich, weil die Planer auf dem Dach des Hauses – es ist die unübliche Nordseite – eine Photovoltaikanlage errichten wollen. Sie ist nicht nur interessantes Forschungsprojekt und wird deshalb von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert, sondern sie hilft auch, die Energiebilanz des Hauses zu senken. Dafür sorgt zudem ein Holz-Blockheizkraftwerk, das als weitere Neuerung in dem Projekt Passivhausstandards von heute unterschreiten hilft. Insgesamt soll die alternative Art der Restenergieerzeugung laut Dr. Matzen dafür sorgen, den Primärenergiebedarf des Erweiterungsbaus inklusive Hilfs- und Haushaltsstrom „bilanziell auf Null zu senken“.
Optimierung fortsetzen
Das Evangelische Bildungszentrum setzt mit der energieeffizienten Bauweise die energetische Optimierung des Gebäudes fort. „Durch ein abgestimmtes Maßnahmenbündel zur Energieeinsparung und Minderung von Kohlendioxid-Emissionen konnte ein 26 Jahre altes Haus energetisch optimiert werden“, sagte Dr. Matzen. Und verwies darauf, dass der Heizwärmeverbrauch in den vergangenen Jahren um 45 Prozent gesenkt worden sei. Diese Entwicklung wolle man im Neubau konsequent fortsetzen. Dr. Matzen hofft, dass die notwendigen EU-Fördermittel in Kürze bewilligt werden, so dass die Arbeiten im Sommer starten können. Es wird mit rund 2,5 Millionen Euro Kosten gerechnet. Der Ausschuss votierte einstimmig für den Befreiungsantrag.
Gesamtnutzfläche von 500 Quadratmetern
Die Erweiterung des Evangelischen Bildungszentrums ist auf der südlich ans Grundstück angrenzenden Fläche geplant. Es soll ein gemeinsamer, neuer Eingangsbereich ebenso integriert werden wie ein Arbeitsgruppengruppenraum (30 Quadratmeter) und ein großer Saal (110 Quadratmeter) mit Nebenflächen. Darin schließen sich Zimmer für zwölf Teilnehmer (210 Quadratmeter) an. Es ergibt sich eine Gesamtnutzfläche rund 500 Quadratmeter. Die Anbindung an das Gebäude und der neue Eingangsbereich haben etwa 45 Quadratmeter.
(aus der Nordsee-Zeitung vom 20.02.2010)