Die Geschichte Bad Bederkesas

Der Ort Bederkesa wird in Urkunden meist in Verbindung mit einem Rittergeschlecht gleichen Namens genannt, das bereits im hoben Mittelalter im Mündungsgebiet der Elbe und Weser besondere Bedeutung erlangte.

Wahrscheinlich wurden die Herren von Bederkesa schon um die Jahrtausendwende als Dienstmannen der Erzbischöfe von Hamburg - Bremen in unserer Heimat eingesetzt. Vielleicht lag ihr Stammsitz am Nordufer unseres Sees, in Holzurburg, wo es noch heute einen mit Wällen und Gräben umsäumten, geräumigen Platz gibt, dessen ursprüngliche Bedeutung wir nicht kennen.

Ihre erste Erwähnung finden die Herren von Bederkesa in erzbischöflichen Urkunden. 1159 erscheint Marcward de Bederkesa als Zeuge unter einer von Erzbischof Hartwig 1. (1148 - 1168) ausgestellten Urkunde. Fünf Herren von Bederkesa gehören im 13. Jahrhundert zu den Domherren von Bremen, Erich von Bederkesa war Archidiakon von Rüstringen, und Rudolf von Bederkesa war sogar Dekan des bremischen Domkapitels.

Im 13ten Jahrhundert gründen die Herren von Bederkesa die hiesige Kirche und statten sie mit reichen Pfründen aus. Ein Knappe, Gevehard von Bederkesa, schenkte der Kirche damals aus Verehrung eine Roggenernte im nahen Flögeln.

Zweifellos hat der Flecken Bederkesa im Anschluss an die stattliche Burg und die Pfarrkirche bereits im Mittelalter eine größere Straßensiedlung gebildet, stellt also von der Anlage her eine andere Siedlungsform dar, als die vielen Haufendörfer der Geest. Insofern spiegelt die Bezeichnung "Flecken" den stadtähnlichen Charakter des Ortes wider, indem schon recht früh neben der Landwirtschaft fast jedes Handwerk vertreten war.

Gegen Ende des 15ten Jahrhunderts wird es still um das einstmals verbreitete Geschlecht der Ritter von Bederkesa. Fast der ganze Besitz befindet sich nun in fremden Händen oder er ist verschuldet. Arndt von Bederkesa ist der letzte seines Stammes, der 1473 sein Burglehen an den Rat der Stadt Bremen verpfändete. Sitz und Stellung dieses Herrengeschlechtes bildeteten einen Mittelpunkt, um den sich mannigfaltiges Leben sammelte, das sein Eigendasein selbständig weiterentwickeln konnte.

Ort und Amt Bederkesa blühten im 16ten Jahrhundert wirtschaftlich auf. Bremen gewährte den Bürgern mancherlei Rechte: Sie durften Bier brauen und Schnaps brennen und diese im ganzen Amt und in anderen Gebieten verkaufen. Handel und Gewerbe nahmen einen besonderen Aufschwung. Es durfte Markt abgehalten werden und jedes Handwerk konnte im Ort ansässig werden.

Bis zum Ende des 16ten Jahrhunderts setzte der Rat der Stadt Bremen bremische Bürger gegen eine Pachtsumme als Amtmänner in Bederkesa ein. Danach übernahm die Stadt die Herrschaft in eigener Regie. Als Zeichen der Gerichtshoheit ließ Bremen den Roland im Burghof errichten.

Es gelang dem Rat der Stadt Bremen im dreißigjährigen Krieg sogar, Flecken und Amt Bederkesa mehr als andere Gebiete im Erzbistum Bremen vor Plünderungen und Brandschatzungen zu bewahren.

Im westfälischen Frieden (1648) wurde das bisherige Erzbistum Bremen der Krone Schwedens zugesprochen. Bremen jedoch verweigerte die Abtretung seiner Landesgebiete, so holte sich die Großmacht Schweden  mit Gewalt, was sie als ihr Eigentum betrachtete. Darunter war auch das Amt Bederkesa. Das Amt Bederkesa kam 1661 mit seinen Personaleinkünften gegen eine Summe von 40.000 Reichstalern in den Pfandbesitz des General Feldmarschalls Graf Hans-Christoph von Königsmark. Die Burg war in den nachfolgenden JahrenWohnsitz von "Königsmarcks Frau und Enkelinnen", wozu auch die berühmte Aurora zählte.

Zu Beginn des 18ten Jahrhunderts verlor Schweden unter Karl d. 12. im nordischen Krieg seine europäische Großmachtstellung. Das Kurfürstentum Hannover erwarb 1720 für eine Summe von 1.090.000 Reichstalern die Herzogtümer Bremen und Verden von Schweden. Erst nach langen Verhandlungen wurden 1735 auch die Rechte der Familie von "Königsmarck am Amte Bederkesa" gegen Erstattung der Pfandsumme von Kurhannover eingelöst. Die Einwohnerzahlen wiesen in der ungefähr 150 Jahre dauernden hannoverschen Epoche nur geringfügige Schwankungen auf und bewegten sich zwischen 1000 und 1300.

Nach den Hannoveranern kamen die Preußen, diese verlegten den Amtssitz nach Lebe und es wurde ruhig im Flecken. Eine markante Persönlichkeit wurde Hauptmann Böse, der Sohn eines Bremer Zuckerfabrikanten. Er hatte mit einer eigenen Einheit gegen Napoleon gekämpft, nun nahm er hier im Brunnenholz seinen Wohnsitz. er wurde Wohltäter für den Ort und das Sietland, das unter den Meeresspiegel lag un dessen Bewohner stetige Überflutungen zu erleiden hatten.

Durch seine Initiative wurde der Hadelner Kanal gebaut. 1876 erhielt Bederkesa ein königliches Lehrerseminar oben am Brunnenholz und 1896 eine Eisenbahnverbindung in die Stadt.

Das Seminar wurde Internatsgymnasium und erfreut sich großer Beliebtheit. Der Ort wurde Luftkurort, Moorheilbad und trägt seit 1996 die Bezeichnung Bad Bederkesa.

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